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Preispolitik (price)
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Allgemeines
Die Preispolitik (auch Preismanagement) verfolgt als Verkaufspreispolitik hauptsächlich
das absatzpolitische Ziel, mit Hilfe der Verkaufspreisgestaltung Kaufanreize zu setzen.
Ein wichtiges Entscheidungsproblem ist die Preisuntergrenze. Die Preisobergrenze
dagegen wird durch die Nachfrage festgelegt. Sie liegt grundsätzlich dort, wo der
vom Kunden wahrgenommene Preis mit seiner Wertschätzung des Produktes übereinstimmt.
Es ist jedoch zu beachten, dass Preispolitik auch als Einkaufspreispolitik für beschaffungspolitische
Ziele eingesetzt wird. Durch das Vorherrschen der Herstellersicht in der Marketing-
Kostenorientierte Preispolitik oder Preisuntergrenze
Bei Produktionsunternehmen basiert die Preisuntergrenze auf der Teilkostenrechnung
oder der Vollkostenrechnung des Unternehmens, welche beispielsweise die Produktions-
Bei Handelsunternehmen, die mitunter für Tausende von Artikeln im Sortiment Verkaufspreise
kalkulieren und ggf. kurzfristig revidieren müssen, liegt die Problematik anders.
Weder lassen sich im Handel sämtliche Kosten verursachungsgerecht und zeitlich exakt
jedem einzelnen Artikel zurechnen noch existiert die o.g. kurzfristige Preisuntergrenze.
Selbst der Einstandspreis einer Ware, der kalkulatorisch eine Signalwirkung hat und
bei dem kein Deckungsbeitrag mehr erwirtschaftet wird -
Marktorientierte Preispolitik oder optimale Preisfindung
Die marktorientierte Preisfindung orientiert sich sowohl an den Preisen der Konkurrenzunternehmen als auch am Verhalten der Nachfrager und Anbieter. Sie hat gewöhnlich das Ziel der Gewinnmaximierung. Es gibt einige Ausnahmen, die entstehen können, wenn beispielsweise ein Konkurrent aus dem Markt gedrängt oder ein neues Produkt eingeführt werden soll. Um den gewinnmaximalen Preis zu bestimmen, müssen sowohl die Marktform (Monopol, beschränktes Monopol etc.) berücksichtigt, das Verhalten der Konkurrenten analysiert als auch eine intensive Absatzforschung betrieben werden.
Dies kann je nach Markt zu sehr unterschiedlichen Preisstrategien führen. Ein wichtiges Hilfsmittel dabei ist die Preiselastizität der Nachfrage und des Angebots. Allgemein ist zu sagen, dass der (niedrige) Preis bei den Kunden eine „unechte“ Präferenz (Vorliebe) bildet. Steigt der Preis und ist ein Mitbewerber günstiger, wechselt der Kunde zum günstigeren Anbieter. Anhand der Preiselastizität der Nachfrage kann ermittelt werden, in welchem Ausmaß Kunden auf unterschiedliche Preisänderungen reagieren. Ist die Elastizität niedrig, können die Preise relativ stark variiert werden, ohne dass die Kunden übermäßig reagieren, d.h. bei Preiserhöhungen wandern kaum Kunden ab. In diesem Fall besteht eine „echte“ Präferenz, die den Kunden veranlasst, trotz gestiegenem Preis dem betreffenden Anbieter treu zu bleiben.
Die Existenz von Präferenzen hebt auch die Einheitlichkeit des Marktpreises auf. Käufer, die eine bestimmte Marke bevorzugen, sind bereit, einen höheren Preis als für vergleichbare Konkurrenzleistungen zu bezahlen. Der sich daraus ergebende preispolitische Spielraum (monopolistischer Bereich) ist kennzeichnend für unvollkommene Märkte.
Im Rahmen der marktorientierten Preispolitik spielt die Messung der Zahlungsbereitschaft der Konsumenten eine wichtige Rolle für die Preisfindung.
Spezialfälle und Erweiterung
Als Spezialfälle der absatzmarktgerichteten Preispolitik gelten die Preisdifferenzierung
und die Preisbündelung. Nach Heribert Meffert gehört zur Preispolitik auch die kundenspezifische
Ausgestaltung der Leistungs-
Eine Besonderheit stellt die Preispolitik im Handel dar. Sie ist grundsätzlich absatz-
Preisstrategien
Bevor ein Produkt in den Markt eingeführt wird, ist zu entscheiden, welche Preisstrategie
für das Produkt verwendet werden soll. Man unterscheidet zwischen der Festpreisstrategie,
Preiswettbewerbsstrategie und Preisabfolgestrategie. Die gewählte Preisstrategie
hat einen hohen Einfluss auf die Elemente des Marketing-
Festpreisstrategie
Preisabfolgestrategie
Hier wird der Preis im Laufe der Zeit planmäßig verändert. Dabei werden zwei Strategien unterschieden:
Eine revolutionäre Preisabfolgestrategie im Handel entwickelte Edgar A. Filene in seinem 1909 gegründeten Bostoner Warenhaus, das „Automatic Mark Down System": Das Preisetikett an jedem Artikel enthält den Tag seiner Einstellung in den Verkaufsraum. Je länger ein Artikel unverkauft bleibt, d.h. mit zunehmender Lagerdauer, wird sein Verkaufspreis (und damit seine Handelsspanne) systematisch reduziert, zunächst um 25 Prozent, dann um 50 %, schließlich um 75 %. Gleichzeitig wandern die reduzierten Artikel ins Untergeschoss, weshalb diese Strategie auch „Basement System“ genannt wird.
Weitere Gestaltungsmittel
Zur Preispolitik gehören außerdem Rabatte, und zwar gewährte Rabatte als verkaufspreispolitisches Mittel oder geforderte Rabatte als einkaufspreispolitisches Mittel. Sie werden oft eher eingesetzt als „echte“ Preissenkungen, da diese nur sehr schwer rückgängig zu machen sind. Für Rabatte werden von den Kunden Gegenleistungen erwartet und sie können durchaus zeitlich begrenzt sein. Beispiele sind Mengenrabatte, Treuerabatte, Boni und Leistungsrabatte. Dies nennt man auch nichtlineare Preisgestaltung, da sich der Preis nicht linear mit der Menge ändert. Skonti stellen kein preispolitisches Instrument dar; Skonti sind Preisnachlässe für die Nichtinanspruchnahme von Lieferantenkrediten (Zahlungszielen).
Handelsunternehmen verfügen nach Schenk außerdem über zahlreiche Möglichkeiten psychotaktischer
und psychostrategischer Preispolitik. Beispiele: Preispräsentation, Preisoptik, Dauerniedrigpreis,
Garantiepreis, Preisdifferenzierung, cost-
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