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Allgemeines
Unter Marktforschung wird je nach Blickwinkel verstanden:

Die Marktforschung ist eines der wichtigsten Werkzeuge des Marketings, sie liefert aber auch Entscheidungshilfen für andere Unternehmensbereiche wie zum Beispiel das Controlling, Vertrieb und Business Intelligence.

 

Ablauf eines Marktforschungsprojekts

Marktforschungsprojekte orientieren sich im Ablauf an den Schritten einer empirischen Erhebung. Es wird meist projektorientiert gearbeitet. Ein Marktforschungsprojekt gliedert sich in folgende Phasen:

Dies entspricht grundsätzlich dem Ablauf sozialwissenschaftlicher Studien. Eine spezielle Aufgabe ist die Beratung und Umsetzung, die nicht Teil der Marktforschung ist, die aber von vielen Marktforschungsinstituten als Leistung angeboten wird.

Einteilung der Marktforschung

Ausgehend vom Erhebungsziel lässt sich der Bereich der Marktforschung in quantitative und qualitative Marktforschung unterteilen.

Neben branchenbezogener Marktforschung auf die sich manche Marktforschungsfirmen spezialisieren, gibt es als Grobkategorie in Abgrenzung zur dominanten Konsumgütermarktforschung die Investitionsgütermarktforschung oder auch Industriemarktforschung. Seit einigen Jahren hat sich in Deutschland der Begriff Business-to-business-Marktforschung oder B2B-Marktforschung durch gesetzt. Die Methoden und den Fallzahlen unterschieden sich teils sehr stark von der Konsumgütermarktforschung. Je nach Branche repräsentieren hier oft wenige Firmen den Großteil des Marktes, sodaß Vollerhebungen oder schon mit einem kleinen repräsentativen Sample eine hochrepräsentative Befragung durchgeführt werden.

Methoden der Marktforschung

Primäre Marktforschung

Die primäre Marktforschung gewinnt ihre Erkenntnisse aus der erstmaligen und direkten Untersuchung von Marktteilnehmern (Feldforschung, field research, Primäranalyse). Sie bedient sich wie viele andere Forschungszweige der Methoden der empirischen Sozialforschung. Je nachdem, welche Marktteilnehmer Gegenstand der systematischen Untersuchung sind, können Absatzmarktforschung, Beschaffungsmarktforschung, Konkurrenzmarktforschung und so genannte interne Marktforschung unterschieden werden. Letztere bezieht sich (nach Schenk) auf Personen und Abläufe innerhalb von Betrieben und ist vor allem für Betriebe des stationären Einzelhandels bedeutsam.

Für die Beschaffung von Primärinformationen steht ein breites Repertoire an Methoden zur Verfügung. Grob wird dabei zwischen den eher qualitativen und den eher quantitativen Methoden unterschieden. Zu den qualitativen Marktforschungsmethoden gehören zum Beispiel Tiefeninterviews bzw. Leitfadeninterviews, Gruppendiskussionen (auch Fokusgruppe), Rekonstruktive Beobachtungen und Workshops. Hierbei werden in der Regel relativ kleine Stichproben von 10-20 Fällen beobachtet und/oder befragt. Die qualitative Auswertung erfolgt auf Basis der Tonband- bzw. Videoaufnahmen oder anhand der Mitschriften über Einzelexplorationen.

Von quantitativer Forschung spricht man dann, wenn größere Stichproben mittels standardisierter Fragebögen befragt werden und wenn die Ergebnisse quantitativ-statistisch ausgewertet und z. B. in Form von Tabellen oder Diagrammen dargestellt werden. Zu den quantitativen Methoden zählen u. a. repräsentative Befragungen, Telefonumfragen sowie Befragungen und experimentelle Aufzeichnungen in Testlabors mit 100 und mehr Probanden.

In der Praxis gibt es Überschneidungen zwischen der qualitativen und der quantitativen Forschung. So werden die bevölkerungsrepräsentativen Umfragen mit ca. 2.000 Probanden zwar den quantitativen Methoden zugerechnet, sie enthalten häufig jedoch qualitative Elemente, etwa in Form von offenen Fragen. Diese wiederum werden sowohl qualitativ-singulär als auch quantitativ-statistisch ausgewertet.

Während zur repräsentativen Erhebung von Meinungen und Einstellungen zu Fragen von nationalem Interesse in der Regel 2000er Stichproben erforderlich sind, können Unternehmen je nach Branche, Standort, Einzugsgebiet und Kundenstruktur sich ggf. mit kleinen Stichproben begnügen. Für die Handelsmarktforschung im stationären Einzelhandel ist dies besonders relevant. Wenn z.B. ein Möbelhaus Image-Einstellungen, Kaufabsichten, Wünsche, Kritik oder Ähnliches erkunden will, genügt u.U. eine Stichprobe n = 50, vorausgesetzt, die Probanden werden aus solchen Kunden (und/oder Nichtkunden) herausgefiltert, die am Sortimentsgenre des Möbelhauses interessiert sind bzw. sein könnten. In einer Art Differentialanalyse könnten Durchschnitte zunächst aus den ersten 30 Antworten, dann aus 40 Antworten, schließlich aus allen 50 Antworten gebildet werden. Schwanken die Durchschnittswerte nicht oder nicht signifikant, kann eine hinreichende Validität des Befragungsergebnises angenommen werden.

Geläufig ist auch die Unterscheidung in demoskopische und ökoskopische Marktforschung. Demoskopische Marktforschung liefert Erkenntnisse aus Befragungen von Marktteilnehmern, subjektiv geprägte Befunde. Ökoskopische Marktforschung liefert Erkenntnisse aus Markttatsachen, objektive Befunde. Der die demoskopische Marktforschung Jahrzehnte lang prägende Parteienstreit zwischen Befürwortern ausschließlich statistischer Massenerhebungen und Befürwortern ausschließlich (tiefen-)psychologischer Einzelinterviews ist beigelegt. Denn statistische Massenerhebungen können nicht auf psychologisch fundiertes Forschungsdesign verzichten, und (tiefen-)psychologische Interviews führen in der Regel erst durch Interviews einer Mehrzahl von Probanden zu umsetzbaren Erkenntnissen. Wegen ihrer weitgehend psychologischen Prägung wird bereits von Psychologischer Marktforschung gesprochen, die sich auch auf einzelne Wirtschaftssektoren beschränken kann. Relativ weit entwickelt ist derzeit die psychologische Handelsmarktforschung als Teilgebiet der Handelspsychologie.

Eine weitere Einteilung der Primärforschung findet auf der Ebene des Kontaktes zum Befragten ab. Hier unterscheidet man zwischen den persönlichen Interviews (face-to-face-Interview) und den nichtpersönlichen Interviews. Die persönlichen Interviews können entweder im Hause des Befragten stattfinden (in-home), auf der Straße (in-street) oder in eigens hierfür eingerichteten Teststudios (in-hall). Zu den nichtpersönlichen Interviews zählen Telefonumfragen (CATI), schriftliche Befragungen (per Brief) und Online-Umfragen.

Die quantitativen Daten lassen sich mit verschiedenen statistischen Verfahren analysieren, die in spezieller Statistiksoftware wie SPSS oder SAS, aber teilweise auch in Programmen zur Tabellenkalkulation (etwa Microsoft Excel) verfügbar sind.

Eine weitere Forschungsmethode, aufschlussreich speziell für die Hersteller von Konsumgütern, ist die Datenerhebung im Rahmen von Verbraucherpanels. Ein Verbraucherpanel ist eine große Stichprobe (oft 10.000 Fälle oder mehr) von Konsumenten. Diese protokollieren kontinuierlich ihre Einkäufe. Früher wurden die Einkäufe von den Probanden wöchentlich oder monatlich schriftlich erfasst und per Brief an das durchführende Institut übermittelt. Heute sind die Panelhaushalte in der Regel mit Warenscannern ausgestattet. Die Erfassung der gekauften Waren erfolgt direkt nach dem Einkauf, die Datenübermittlung erfolgt online. Aus den Daten der Verbraucherpanels können z.B. die Marktanteile verschiedener Marken ermittelt werden oder – was noch wichtiger ist – die Verschiebung von Marktanteilen. Verbaucherpanel kennen zwei Probleme, die das Ergebnis verzerren können: den sog. Paneleffekt (bevorzugter Einkauf der für das Protokoll vorgegebenen, gelisteten Artikel) und die sog. Panelsterblichkeit oder Panelmortalität (durch das Ausscheiden von Probanden und durch neu aufgenommene Probanden bedingte Verschiebungen in der Stichprobe).

Sekundäre Marktforschung

Die sekundäre Marktforschung gewinnt ihre Erkenntnisse aus bereits erhobenen Daten („Forschung am Schreibtisch“, desk research, Sekundäranalyse) oder aus der Auswertung von bereits durchgeführten Marktforschungen. Vielfach werden die erhobenen Daten direkt elektronisch erfasst, etwa über eine Computerkasse oder Online-Statistik, die mit einer zentralen Datenbank verbunden ist. Bei der Benutzung primärer Quellen stellt sich meistens die Frage nach einer geeigneten Stichprobe.

Quellen für die sekundäre Marktforschung können sein:

 

 

 

 

 

 

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